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Welchen Schaden verursachen Staus

Freitag, 7. Dezember 2007 | Autor:

Als ich in der letzten Woche eine Stunde für eine Strecke brauchte, für die man sonst nur 23 Minuten braucht, hab ich mich gefragt, welchen Schaden die Staus auf Deutschlands Autobahnen wirklich anrichten!

Christian Kaiser von dasautoblog.com hat das nun veröffentlicht: Laut einer Studie des Verkehrsforschers Frank Schmidt und eines Berichtes der "Bild" vergeuden deutsche Autos auf den Autobahnen pro Jahr 288 Millionen Liter Kraftstoff allein durch Staus. Die Umwelt  werde durch die rund 160.000 Staus im Jahr auf deutschen Autobahnen mit 714.000 Tonnen CO2 zusätzlich belastet.

Die Hauptursachen für die Staus seien laut der Studie Überlastung und fehlender Ausbau der Autobahnen, aber auch Unfälle und das Wetter. Nach Schmids Einschätzung wäre jeder dritte Stau (also insgesamt 50.000 Staus pro Jahr) durch moderne Technik oder schnelleren Ausbau zu vermeiden.

Schaden durch Zeitverlust

Rechnet man nun noch den Verlust ein, der durch die verlorene Zeit entsteht, dann wird es noch teuerer: Nach Berechnungen des ADAC entsteht durch Staus täglich ein Schaden von 250 Millionen Euro. Weiter berichtet der ADAC aber von "33 Millionen Liter Kraftstoff und 13 Millionen Stunden verlorener Zeit", was sich überhaupt nicht mit den Zahlen von Frank Schmidt deckt: Der ADAC käme somit auf 12.045 Millionen Litern Kraftstoff…?

Die Kosten trägt dann die Allgemeinheit – also wir alle! Durch Steuerlast oder Preisaufschläge z.B. werden diese Kosten dann weitergegeben.

Das Ziehharmonika-Prinzip

Allerdings erforschte der ADAC gründlich wie Staus entstehen: Durch "eine Art Ziehharmonika-Prinzip"! Demnach hielten die Fahrer unterschiedlich lange Abstände zum Vordermann und hätten somit unterschiedliche Reaktionszeiten beim Bremsen. Das typische Szenario sei, wenn ein Fahrer in einer solchen Kolonne spät bremst, müsse der nachfolgende bei geringem Abstand schon stärker verzögern, bis einer weiter hinten ganz anhalten müsse – schon herrsche Stillstand.

Oft sei auch "Deutschlands häufigstes Schild auf Autobahnen": Tempo 80 (mit dem Zusatz bei Nässe) die Bremsursache, da viele Autofahrer auch bei trockener Straße irrtümlich auf die Bremse stiegen. Weitere Ursachen seien aber auch Drängler, die in die kleinste Lücke hüpfen, Baustellen, überhöhte Geschwindigkeit bei Nebelbänken, Fahranfänger, liegengebliebene Fahrzeuge und natürlich Gaffer!

Quelle RP-Online

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Stau-Prognose: Nur eine Selbstzerstörende Prophezeiung?

Dienstag, 23. Oktober 2007 | Autor:

Davon träumt jeder Autofahrer: Schlauer sein als all die anderen! Vor der Fahrt im Internet nachschauen, ob sich auf der geplanten Route etwas staut und in diesem Falle dann eine ander Route wählen!

So oder so ähnlich soll es nun in Nordrhein-Westfalen möglich sein! Das SWR3-Verkehrsteam will mit Hilfe einer "computergestützten Online-Prognose" eine Sieben-Tage-Vorhersage für die Autobahnen über das Internet ins Leben rufen.

Unter autobahn.nrw.de findet man eine Karte der kompletten 2.250 Autobahn-Kilometer in NRW (aufgeteilt in Regionen und Städte). Ist ein Abschnitt hellgrün  eingezeichnet, kann man fahren – Dunkelgrün bedeutet "viel los" – Gelb "Stockender Verkehr" und rot natürlich "Stau"!

Durch rund 2.500 stromdurchflossene Drahtschleifen in der Fahrbahn (Induktionsschleifen) werden die Anzahl der Fahrzeuge und deren Geschwindigkeit an das Programm übertragen, dort analysiert, ausgewertet, verglichen und hochgerechnet – fast wie bei einer Wahlprognose. Das ursprüngliche Forschungsprojekt der Uni Duisburg-Essen kann nun mit der erstaunlichen "Prognose-Genauigkeit" von 90 Prozent im Schnitt, täglich ca. 25.000 Internet-Zugriffe registrieren – "bei extremen Wetterlagen – zum Beispiel Schneechaos – steigen die Klicks sogar bis auf 300.000 pro Tag". (Quelle swr3.de)

Selbstzerstörende Prophezeiung?

Ich muss sagen, so gerne ich auf solche Informationen zurückgreifen würde, denke ich nicht, dass es funktionieren wird: Aufgrund der selbstzerstörende Prophezeiung, einem Begriff aus der Soziologie. Gehen wir nämlich davon aus, dass es durchaus möglich ist, einen Stau vorherzusagen: Am Samstag ist ein ausverkauftes Fussballspiel im Max-Morlock-Stadion, eine Baustelle bei Nürnberg-Fischbach und Ferienbeginn in Hessen! Mit größter Sicherheit wird dann auf der A9 Stau sein.

Wenn das Programm aber nun so gut funktioniert, dass sich jeder vor dem Start auf dieser Seite informiert und die Induktionsschleifen einfach z.B. durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf einen baldigen Stau schliessen, wird dieser Stau nicht zustande kommen, da viele Autofahrer dieses Gebiet umfahren. Das Verkehrsaufkommen sinkt also plötzllich und die Ausweichrouten sind dagegen verstopft. Die Folge wird sein, dass man sich auf das System nicht verlassen kann.

Das ist quasi genauso, als wenn man vor einem Autounfall gewarnt wird, der dann nicht eintritt. War die Prognose falsch, oder ist man durch die drohende Vorhersage vorsichtiger gefahren?

Ich bin aber trotzdem bereit, das System erst Mal zu testen, bevor ich es verdamme! Denn vielleicht bleibt es ja ein Geheimtipp und ich bin dadurch dann schneller zu Hause. Man darf also gespannt sein!

via alleswasbewegt.de

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