Tag-Archiv für » Frontal21 «

Abgaswerte: Schummeln mit Scheingutachten

Mittwoch, 18. November 2009 | Autor:

Nachdem das ZDF-Magazin „Frontal21“ schon im Frühjahr mit Enthüllungen über „Verunreinigungen im Autogas-Kraftstoff“ für Wirbel gesorgt hat, folgt nun der nächste Paukenschlag in der LPG-Szene:

Demnach hätten Stichproben ergeben, dass TÜV und DEKRA Abgas-Gutachten bei nachgerüsteten Gasfahrzeugen ausgestellten, ohne dass der Schadstoffausstoß der einzelnen Autos gemessen wurde. So hatte Frontal21 zwei Kleinwagen auf LPG-Antrieb umrüsten lassen und von den Umbaubetrieben die Gutachten von TÜV und Dekra für jeweils rund 380 Euro erhalten. Die Gutachten bestätigen, dass beide Fahrzeuge die gesetzlichen Abgaswerte einhalten. Jedoch gibt eine nachträgliche Abgasmessung ein erschreckendes Ergebnis ab: Sämtliche Schadstoff-Grenzwerte werden um ein Vielfaches überschritten.

Ein Prüf-Ingenieur bestätigt hinterher, dass die Abgaswerte im Gutachten von irgendeinem „Referenzfahrzeug“ stammen und das gängige Praxis sei. Eine „gesetzliche Grauzone“ ermögliche es TÜV und Dekra, von den jährlich rund 300.000 Umrüstern die Gebühr für ein Abgasgutachten zu verlangen, ohne dieses am entsprechenden Fahrzeug durchzuführen.

Weitere Informationen bei

www.tuning2.de - Alufelgen Felgen Reifen Fahrwerk Sportauspuff

Thema: Autogas-news | Ein Kommentar

Fontal21: Verunreinigungen im LPG

Dienstag, 14. April 2009 | Autor:

Der Siegeszug von Autogas scheint ungebremst: Kürzlich wurde in Ostwestfalen die 5000. Autogas-Tankstelle Deutschlands eröffnet. Inzwischen gibt es 320.000 Autogasfahrer in Deutschland und 5Mio in Europa. Aber auch die Zahl der Motorschäden steigt!

Das ZDF-Magazin Frontal21 von heute machte neben vereinzelten „schwarzen Schafen“ bei den Umrüstern eine „Verunreinigung im Autogas“ aus. Der „Sachverständige für Autogas-Anlagen“ Werner Gieger stellt seit längerem schon Ablagerungen in den Gasfiltern fest.

Inzwischen warnen die großen Unternehmen der Branche (lt. Frontal21 u.a. Prins) ihre Kunden davor, dass dem LPG oftmals Abfallstoffe (z.B. Kunststoffweichmacher) beigemischt werden und Zitat: „der Autogasverkäufer zum Entsorger eines Chemiewerkes wird“ („Sondermüll im Autogas“).

Nachgefragt beim Dachverband DVFG (Deutscher Verband Flüssiggas e.V.) gebe sich dieser „ahnungslos„, so Frontal und wäre nicht zu einem Interview bereit gewesen. Wenig später habe aber der DVFG an seine Mitglieder eine Warnung über die Recherchen von Frontal rausgegeben und um „Information“ gebeten, falls sich „Mitarbeiter des ZDF“ an die Kunden wenden würden.

Daraufhin hätte Prins vereinbarte Film-Termine abgesagt und der Vorstand des Verbandes Deutscher Gasanlagen Elbert Vleeshouwer verweigerte auf der Leipziger Automesse gegenüber der Kamera, angesprochen auf die Probleme der Kunden, förmlich die Aussage. Vielmehr drohte er dem Team mit „Ärger“, da das Gespräch heimlich gefilmt wurde.

Dass diese Vorwürfe wohl nicht haltlos sind, bestätigte Torsten Neusel von Autogastechnik Triptis: Er sprach von ca. „20% der Kunden“ die Probleme mit verklebten Injektoren haben, was zu einem Ruckeln oder gar zur Panne „am Strassenrand“ führen kann.

Der Geschäftsführer von Gas Drive Florian Melber machte die nach seiner Meinung „unzureichendeDIN EN589 als grundlegendes Problem aus. Diese DIN legt fest, dass im Autogas 60mg sog. „Abdampfrückstände“, also Schmutzstoffe pro Kg enthalten sein dürfen – welche das sind, regelt die Norm nicht.

Die Zuliefer-Branche dagegen hat reagiert und bietet nur für den Deutschen Markt spezielle Zusatz-Filter an… wegen der „bescheidenen Autogas-Qualität in Deutschland„.

Ich finde…

…diese Vorwürfe geradezu unglaublich! Wenn das stimmt, würden ja Kunden und Umrüster seit Jahren betrogen, weil Schäden, aber auch Streitereien und Prozesse einen ganz anderen Grund hätten. Bleibt zu hoffen, dass Frontal21 wie so oft für ein Umdenken bei den Verantwortlichen sorgt!

Mehr bei Frontal21 „Fehler, Pannen, Risiko

Flammenstyling schon für 25Euro und weniger!

Thema: Allgemein | 6 Kommentare